Mittwoch, 25. April 2018

Fashion Revolution Week





Hallo zusammen,

heuer schreibe ich zum ersten Mal einen Beitrag zur "Fashion Revolution" und darüber freue ich mich ganz besonders. Im letzten Jahr hab ich den richtigen Zeitpunkt dafür leider verpasst.

Ich interessiere mich jetzt ja schon etwas länger für fair bzw. nachhaltig produzierter Mode und finde deshalb, dass diese Aktion genau zu mir passt. Ich will hier niemanden sagen was er zu tun hat. Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Art von Kleidung er oder sie tragen möchte. Allerdings finde ich diese Woche super geeignet, dass man sich eventuell einmal ein paar Gedanken darüber macht, woher die Kleidung im Kleiderschrank eigentlich herkommt und unter welchen Bedingungen diese hergestellt wurde. Denn mal ganz ehrlich: Wir wissen alle ganz genau, dass ein T-Shirt um 5 oder 10 Euro nicht wirklich fair hergestellt werden kann. Immerhin muss damit das Material gekauft werden, der Produzent will Geld verdienen, der Transport muss bezahlt werden, ebenso wie der Handel seine Kosten decken und seine Spanne verdienen will und die Nebengeräusche wie Marketing, Steuern etc. kosten auch noch Geld. Was soll da noch für die Arbeiter übrig bleiben? Genau, nur ein paar Cent (wenn überhaupt). Ich weiß, wir lieben es etwas neues im Schrank zu haben, aber muss das wirklich immer um jeden Preis sein? Mein Mann hat gerade seinen Kleiderschrank aussortiert und siehe da, ich habe ein paar ganz tolle neue Teile in meinem Schrank. Quasi authentische "Vintage Boyfriend"-Teile ;) Ich sag euch, darüber freue ich mich doppelt, denn erstens waren sie in diesem Moment für mich gratis und zweitens ist diese mehrfach Nutzung super nachhaltig. Selbst bei meiner Freundin habe ich kürzlich im Kleiderkasten geshoppt und bin richtig happy über die für mich neuen Oberteile bzw. eine Jeansjacke die ich schon seit längerem gesucht hatte. Mein Rat an euch ist daher, nicht nichts zu kaufen – denn sonst verlieren die Arbeiter ja selbst noch den schlecht bezahlten Job – sondern weniger und eben das Richtige im Sinne einer fairen Produktion (zumindest manchmal die Alternativen checken, wäre schon ein guter Anfang).

Ich gebe zu, jetzt folgt etwas Internetrecherche, aber ich finde ihr solltet auch noch etwas über die Hintergründe zu "Fashion Revolution Week" erfahren. Was ist das Ziel? Was wurde schon erreicht und wie kann jeder mitmachen?


Let's go!!

Der Fashion Revolution Day, der Gedenktag anlässlich des Fabrikeinsturzes mit über 1.000 Toten von Rana Plaza in Bangladesch am 24. April vor fünf Jahren, weist auf die negativen Auswirkungen von Fast Fashion hin. Die Produktion unserer Kleidung ist neben den katastrophalen sozialen Umständen beispielsweise auch schuld an zwanzig Prozent der globalen industriellen Wasserverschmutzung, schreibt die NGO am Montag. Ein großer Teil der Hosen, T-Shirts oder Kleider verstauben zudem in den Schränken, im Schnitt wird jedes fünfte Stück nie getragen. "Die konventionelle Textilindustrie ist einer der größten industriellen Umweltverschmutzer, und auch im Sozialbereich oft mehr als nur katastrophal: Der große Hunger nach täglich neuer Mode hat in den Produktionsländern für teils sklavenähnliche Zustände unter den Arbeiterinnen und Arbeitern gesorgt", sagte Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich. Ins Leben gerufen wurde der Fashion Revolution Day anlässlich eines Unglücks in einem Vorort von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Damals, am 24. April 2013, brach die Textilfabrik Rana Plaza in sich zusammen und begrub tausende Textilarbeiter und Textilarbeiterinnen unter sich. 1.135 Menschen starben, über 2.400 wurden teils schwer verletzt. Um den Fast Fashion Trend entgegenzuwirken, rät Kaller Kaputtes nicht gleich im Müll zu entsorgen: "Leider verlernen wir die Kulturtechnik des Reparierens mehr und mehr", so Kaller: "Die vergleichsweise schlechte Qualität von Fast Fashion habe dazu geführt, dass ein Rock mit einem Loch eher weggeworfen als repariert wird. Es zahle sich jedoch aus, Dinge zu reparieren – sowohl die eigene Börse als auch die Umwelt werden dabei geschont. Im Falle eines Neukaufs empfiehlt Greenpeace, auf faire und ökologische Produktion zu achten. Gütezeichen wie GOTS und Made in Green gelten beispielsweise als vertrauenswürdig. "Textilsiegel im Greenpeace-Check" hat die Umweltschutzorganisation kürzlich einen Ratgeber herausgebracht, der Orientierung im Gütesiegel-Dickicht bringt. 
(dieser Text stammt übrigens großteils von derstandard.at)

Textilsiegel im Greenpeace-Check:
Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Kleidung, Ratschläge zum richtigen Recycling und Orientierungshilfe im Gütesiegel-Dickicht sind im Greenpeace-Ratgeber nachzulesen:
http://bit.ly/2Hp0pLa

Im vergangenen Jahr nahmen bereits 2 Millionen Menschen an der Fashion Revolution Week teil, über 100.000 Menschen haben über Social Media Modemarken gefragt #whomademyclothes. Insgesamt haben schon 2.416 Marken auf diese Frage geantwortet und Informationen über ihre Lieferketten veröffentlicht. Über 150 große Modemarken haben öffentlich gemacht, in welchen Fabriken sie ihre Kleidung produzieren lassen.

Das will Fashion Revolution durch seine Kampagnenarbeit und die Fashion Revolution Week ändern. Jeder, der mitmacht, hilft, mehr Bewusstsein für die textilen Lieferketten zu schaffen: Einfach unter dem Hashtag #whomademyclothes ein Bild von deinem Kleidungsetikett an den Hersteller schicken – und fragen, wer genau dieses Teil hergestellt hat.




Hier noch ein paar Tipps für einen "grünen" Kleiderschrank:

1. Vorhandenes neu entdecken
2. Reparieren: Schuhe heilt der Schuhmacher, kaputte Reißverschlüsse ersetzt der Schneider.
                        Löcher sind mit Nadel und Faden in wenigen Minuten selbst gestopft.
3. Upcycling: Kürzen, verlängern, ändern lässt sich alles. 
                       Die schnellste Möglichkeit für zu Hause: ein Bügelbild oder ein Print auf ein T-Shirt.
4. Weitergeben: Freunde, Secondhand-Läden oder Flohmärkte freuen sich über Beiträge. 
                          Nur kaputte Teile kommen ins Recycling. Vielleicht einfach einmal eine Tauschparty
                         organisieren.
5. Grüne Labels: Wenn neue Kleidung, dann kannst du ja mal nach öko und fair produzieren Sachen             
                           Ausschau halten.

Ps.: Ich hoffe das war jetzt nicht zu sachlich, aber dieser Beitrag war mir echt wichtig und Fakten sind eben Fakten.

Bussi 
Irene

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